Josef Straubinger

Eisenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1903    † 1942

 

Lebenslauf

Josef Straubinger wurde am 19.4.1903 in Lahnstein/Gmunden geboren. Er war Eisenbahner in Bruck/Mur.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 5. 9. 1941 wurde Josef Straubinger verhaftet und am 25. 4. 1942 vom Reichskriegsgericht in Klagenfurt gemeinsam mit Maximilian Zitter, Andreas Waste, Johann König, Karl Zimmermann, Ludwig Höfernig, Peter Schlömmer, Michael Essmann und Richard Götzinger (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 30.6.1942 erfolgte im Landesgericht I in Wien seine Hinrichtung.

Aus dem Urteil

„In der Nacht zum 2. Juli 1941 traf der Angeklagte auf einer Dienstfahrt mit dem Angeklagten König zusammen. Beide unterhielten sich über inzwischen bekannt gewordene Sabotagefälle bei der Reichsbahn. Hierbei äußerte der Angeklagte, der ’Sender der Europäischen Revolution‘ habe die Eisenbahner aufgerufen, sich zu rühren, den Eisenbahnbetrieb lahmzulegen, Bremsschläuche anzuschneiden und Anschläge ähnlicher Art auszuführen. (…) Anfang August 1941 traf Straubinger mit dem Angeklagten Schlömmer auf dem Bahnhof Bruck a. d. M. zusammen. Er erzählte ihm, dass ein Zug von St. Lambrecht handgebremst habe fahren müssen, weil die Dichtungsringe entfernt worden seien.“

Gedenkstein

Sein Name findet sich am 1950 enthüllten Gedenkstein am Bahnhofsplatz in Bruck/Mur, der 1956 vor das Haus des ÖGB (Schillerstraße 22) versetzt wurde.

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

Ursprünglich Gruppe 37-41-33 am Wiener Zentralfriedhof. Am 16. 3. 1966 exhumiert in die Gruppe 40.

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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